Songwriting
Eigene Lieder schreiben – aus Textzeile, Akkordfolge und Melodie ein Ganzes bauen.
Worum es geht
Songwriting gehört zum Bereich Musik. Eigene Lieder schreiben – aus Textzeile, Akkordfolge und Melodie ein Ganzes bauen.
Songwriting ist das Schreiben eigener Lieder: Text, Melodie und Harmonie, meist in einem Stück miteinander verbunden. Ein Instrument brauchst du nur so weit, dass du dich selbst begleiten kannst. Drei Akkorde und eine ruhige Stimme genügen, um herauszufinden, ob eine Melodie trägt oder nicht. Alles Weitere ist Geduld beim Umschreiben.
Die Arbeit besteht zu einem großen Teil aus Verwerfen. Erste Zeilen klingen nach etwas, das man schon hundertmal gehört hat, und das ist normal. Interessant wird es bei der dritten oder vierten Fassung, wenn plötzlich eine Zeile dasteht, die so nur von dir stammen kann. Bis dahin hilft nichts außer weiterschreiben, statt die erste Idee zu verteidigen.
Unangenehm ist die Öffentlichkeit dieser Arbeit. Ein eigener Text sagt mehr über dich aus als jede Coverversion, und ihn jemandem vorzuspielen kostet Überwindung. Wer diesen Schritt scheut, schreibt jahrelang für die Schublade. Möglich ist das, nur bleibt die Entwicklung dann sehr langsam, weil die ehrliche Rückmeldung fehlt.
Für wen es passt
Für diese Menschen ist Songwriting wie gemacht:
- Für Menschen mit etwas zu sagen, die Sprache und Musik verbinden wollen.
Ehrlich gesagt eher nichts für dich, wenn …
Wer gleich fertige Songs erwartet, sammelt vor allem halbe Ideen im Handy.
Steckbrief
Was es kostet
Praktisch null. Du brauchst ein Instrument zur Begleitung, etwas zum Schreiben und eine Möglichkeit, Ideen aufzunehmen; für Letzteres genügt ein Telefon. Alles Weitere ist Bequemlichkeit und kann warten.
Keine. Ausgaben entstehen erst, wenn du aufnehmen oder veröffentlichen willst: Studiozeit, Produktion oder Vertriebsgebühren. Wer Lieder schreibt und sie live spielt, kommt dauerhaft ohne nennenswerte Kosten aus.
Nimm Einfälle sofort mit dem Telefon auf, statt sie im Kopf zu perfektionieren. Die meisten guten Ideen gehen zwischen Küche und Schreibtisch verloren. Für Rückmeldungen sind offene Bühnen und Schreibrunden kostenlos und wirksamer als die meisten Kurse.
So startest du
Die ersten Schritte sind schnell gemacht:
- Zeilen und Melodiefetzen konsequent als Sprachnotiz festhalten
- Mit vier Akkorden bewusst einen einzigen Song zu Ende bringen
- Den Aufbau bekannter Lieder aus Strophe und Refrain nachbauen
Was du zum Einstieg brauchst
- Ein BegleitinstrumentGitarre oder Klavier, in beiden Fällen genügen wenige Akkorde. Das Instrument ist Werkzeug und nicht Ziel, virtuos beherrschen musst du es nicht.
- Eine AufnahmemöglichkeitMelodien verschwinden schneller, als man glaubt. Eine kurze Sprachaufnahme direkt nach dem Einfall ist der wichtigste Arbeitsschritt überhaupt.
- Ein Notizbuch oder eine TextdateiZum Sammeln von Zeilen, Bildern und Bruchstücken, lange bevor daraus ein Lied wird. Die meisten fertigen Texte entstehen aus alten Notizen.
- Ein Ort mit PublikumEine offene Bühne oder eine kleine Runde. Erst wenn andere zuhören, merkst du, welche Zeilen tragen und welche nur du selbst verstehst.
* Mit * markierte Links sind Affiliate-Links. Kaufst du darüber, erhalten wir eine kleine Provision — der Preis bleibt für dich gleich.
Typische Anfängerfehler
- Auf Eingebung warten. Wer nur schreibt, wenn ihm danach ist, schreibt wenig; feste Zeiten liefern zuverlässiger Material als jede Stimmung.
- Den ersten Entwurf für fertig halten. Fast jedes gute Lied ist eine überarbeitete Fassung, und die eigentliche Arbeit beginnt nach dem ersten Durchgang.
- Alles gleichzeitig lösen wollen. Text, Melodie und Harmonie in einem Zug zu bauen führt oft ins Stocken; nacheinander geht es deutlich leichter.
Wie schnell du vorankommst
Ein erstes vollständiges Lied entsteht oft an einem einzigen Nachmittag, und es wird selten gut sein. Nach zehn bis zwanzig geschriebenen Stücken erkennst du eigene Muster und fängst an, sie bewusst zu brechen. Handwerkliches wie Form, Reimtechnik und Aufbau lässt sich gezielt lernen. Länger dauert die eigene Handschrift, und die entsteht durch Menge.
Spielarten und Varianten
Singer-Songwriter
Eigene Lieder allein mit Gitarre oder Klavier vorgetragen. Der direkteste Weg, weil zwischen Text und Publikum nichts steht.
Schreiben für eine Band
Rohmaterial liefern, das andere ausarbeiten. Verlangt weniger Bühnenpräsenz und mehr Bereitschaft, sich auf fremde Stimmen einzulassen.
Gemeinsames Schreiben
Zu zweit oder zu dritt an einem Stück arbeiten, oft in festen Terminen. Sehr wirksam gegen Betriebsblindheit und im Popbereich der Normalfall.
Reine Textarbeit
Nur Texte schreiben und sie später vertonen lassen. Sinnvoll, wenn Sprache deine Stärke ist und das Instrument dich eher ausbremst.
Wo du Anschluss findest
Schreibrunden und offene Bühnen für eigenes Material gibt es in vielen Städten, oft mit monatlichem Termin. Musikschulen und Volkshochschulen bieten Kurse an, meist als Wochenendformat. Im Netz existieren Schreibgruppen mit festen Aufgaben und gegenseitiger Rückmeldung. Am meisten bringt eine feste Verabredung mit ein oder zwei Menschen, die ebenfalls schreiben.
Häufige Fragen zu Songwriting
Muss ich ein Instrument spielen können?
Wenigstens ein wenig. Drei bis vier Akkorde auf Gitarre oder Klavier reichen aus, um Melodien zu prüfen und Lieder zu bauen. Ganz ohne Begleitmöglichkeit wird es mühsam, weil du Harmonien nicht hörst.
Brauche ich Musiktheorie?
Nützlich, aber nicht nötig. Viele schreiben nach Gehör. Ein Grundverständnis von Tonarten und Akkordfunktionen erspart dir allerdings langes Suchen, wenn ein Stück an einer Stelle hängt.
Was hilft gegen Schreibblockaden?
Einschränkungen statt Freiheit. Eine feste Form, ein vorgegebenes Wort oder ein Zeitlimit von zwanzig Minuten bringen mehr in Gang als das Warten auf den passenden Moment.
Woher weiß ich, ob ein Lied gut ist?
Von anderen. Der eigene Eindruck schwankt mit der Tagesform, und man hört beim Zuhören das Gemeinte statt des Gesungenen. Eine kleine Runde, die ehrlich reagiert, ist die verlässlichste Rückmeldung.
Darf ich mich an bestehenden Liedern orientieren?
Beim Lernen ja, das ist sogar der übliche Weg. Struktur und Form abzuschauen ist erlaubt. Melodien und Textzeilen zu übernehmen dagegen nicht, sobald du damit an die Öffentlichkeit gehst.
Ähnliche Hobbys
Passt Songwriting zu dir?
Finde in 20 kurzen Fragen heraus, welche Hobbys wirklich zu dir passen – kostenlos und ohne Login.
Kostenlosen Hobby-Test starten