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Skitouren

Mit Fellen aus eigener Kraft aufsteigen und abseits der Piste wieder abfahren.

Worum es geht

Kurz gesagt: Mit Fellen aus eigener Kraft aufsteigen und abseits der Piste wieder abfahren. Als Hobby aus dem Bereich Outdoor & Natur lässt es sich gut in den Alltag einbauen.

Bei einer Skitour steigst du mit Fellen unter den Skiern aus eigener Kraft auf und fährst abseits präparierter Pisten wieder ab. Der Aufstieg dauert Stunden, die Abfahrt Minuten, und trotzdem gehen die meisten wegen des Aufstiegs. Es ist ruhiger, langsamer und wetterabhängiger als jeder Tag im Skigebiet.

Entscheidend ist, dass hier Lawinenkunde zur Voraussetzung gehört, nicht zur Kür. Ein Lawinenkurs mit praktischer Übung, das Lesen des Lageberichts und die Fähigkeit, eine Tour bei ungünstigen Verhältnissen abzubrechen, sind Teil des Sports. Notfallausrüstung aus Verschüttetensuchgerät, Schaufel und Sonde trägt jede Person, und alle müssen sie im Ernstfall bedienen können.

Wer das ernst nimmt, bekommt sehr viel zurück. Der Rhythmus des Aufstiegs ist meditativ, das Gelände ist leer, und Schnee, den vor dir niemand befahren hat, fühlt sich anders an als jede Piste. Die Saison ist kurz, was jede gute Tour wertvoller macht. Wer im Frühjahr die letzte Abfahrt hinter sich hat, beginnt schon wieder mit dem Warten.

Für wen es passt

Besonders gut passt es zu dir, wenn du dich hier wiederfindest:

Und ehrlich gesagt: eher nichts für dich, wenn …

Wer Lawinenkunde für lästig hält, bringt sich und die ganze Gruppe in Lebensgefahr.

Steckbrief

Zeitbedarf pro Wocheregelmäßig – fester Zeitblock
Einstiegskosten€€€€€ – teuer
Laufende Kostenmoderate laufende Kosten
Platzbedarfein eigener Bereich oder Zimmer
Körperliche Anforderungkörperlich fordernd
Drinnen oder draußenhauptsächlich draußen
Allein oder Gruppeallein oder mit anderen
Tempokörperlich aktiv
Strukturplanvoll und strukturiert
Einstiegsalterbesser ab 16

Was es kostet

Einstieg

Hoch. Tourenski mit Bindung, Schuhen und Fellen sowie die Notfallausrüstung summieren sich schnell auf einen deutlich vierstelligen Betrag, dazu Lawinenkurs und Bekleidung. Leihausrüstung für ganze Wochenenden ist am Anfang die vernünftigere Lösung.

Laufende Kosten

Mittel. Felle nutzen sich ab, Beläge und Kanten brauchen Pflege, Bindungen wollen kontrolliert werden. Dazu kommen Fahrten in die Berge, Übernachtungen auf Hütten und die regelmäßige Auffrischung des Lawinenwissens, die kein optionaler Posten ist.

Spartipp

Leih die Ausrüstung, bis du weißt, welche Art von Touren du wirklich machst; Gewicht und Bauart unterscheiden sich stark. Gebrauchte Ski und Schuhe sind verbreitet, bei elektronischen Suchgeräten dagegen lohnt aktuelle Technik, weil die Suchzeit direkt über den Ausgang entscheidet.

So startest du

So startest du am besten:

  1. Einen Lawinenkurs belegen, bevor du die erste Tour planst
  2. Ausrüstung samt Notfallgerät, Schaufel und Sonde zunächst leihen
  3. Mit kurzen Touren im flachen Gelände und in einer Gruppe starten

Was du zum Einstieg brauchst

  • Verschüttetensuchgerät, Schaufel und SondeDie drei Teile funktionieren nur zusammen und nur, wenn alle in der Gruppe sie geübt haben. Sie sind keine Empfehlung, sondern Grundbedingung für jede Tour im lawinengefährdeten Gelände.
  • Tourenski mit Bindung und FellenDie Bindung lässt die Ferse beim Aufstieg frei und wird für die Abfahrt fixiert. Die Felle geben Halt gegen das Zurückrutschen und werden am Gipfel abgezogen.
  • TourenskischuheSie haben einen Gehmodus und sind leichter als Pistenschuhe. Ein passender Schuh entscheidet über den Komfort eines ganzen Tages mehr als jedes andere Ausrüstungsstück.
  • Harscheisen und HelmHarscheisen geben auf hart gefrorenen Hängen Halt, wo Felle allein abrutschen. Der Helm gehört bei der Abfahrt im unpräparierten Gelände dazu.
  • Kleidung im Schichtsystem und NotfallpaketBeim Aufstieg schwitzt du, in der Pause frierst du sofort. Dazu Biwaksack, Erste Hilfe und Stirnlampe, weil eine Tour länger dauern kann als geplant.

Typische Anfängerfehler

Wie schnell du vorankommst

Sicheres Abfahren im Skigebiet solltest du mitbringen; Tiefschnee lernst du in den ersten Saisonen dazu. Aufstiegstechnik mit Spitzkehren sitzt nach wenigen Touren. Die Beurteilung von Schneedecke und Gelände dagegen ist eine Aufgabe für viele Jahre, und selbst erfahrene Tourengeher bilden sich dazu regelmäßig weiter.

Spielarten und Varianten

Aufstieg auf der Piste

Auf freigegebenen Routen im Skigebiet aufsteigen. Ein sicherer Weg, Technik und Ausdauer zu üben, ohne dass Lawinengefahr im Spiel ist.

Geführte Tagestouren

Mit Bergführerin oder Bergführer unterwegs. Du lernst Routenwahl und Beurteilung im Gelände, während die Verantwortung geteilt ist.

Mehrtagestouren mit Hüttenübernachtung

Mehrere Tage im Gebirge mit Gepäck. Setzt Kondition, Erfahrung und eine eingespielte Gruppe voraus.

Skibergsteigen im Wettkampf

Der sportliche Zweig mit leichtem Material und Zeitnahme. Hier zählt Tempo, das Gelände ist dafür meist abgesichert.

Wo du Anschluss findest

Die Alpenvereine bieten Lawinenkurse, Tourenwochen und geführte Gruppen an, und die Sektionen sind der übliche Weg, Tourenpartner zu finden. Bergschulen führen Ausbildungen und Einsteigertouren mit Bergführern durch. Ausrüstung leihst du in Sportgeschäften in den Bergorten, oft samt Notfallausrüstung. Übungsgelände für die Kameradenrettung gibt es an vielen Skigebieten, und dort lässt sich die Suche ohne Zeitdruck trainieren.

Häufige Fragen zu Skitouren

Wie gut muss ich Ski fahren können?

Du solltest rote Pisten sicher und kontrolliert fahren, auch bei schlechter Sicht und weichem Schnee. Im Gelände ist der Untergrund unregelmäßig, und Stürze an ungünstiger Stelle sind dort deutlich folgenreicher.

Reicht ein Lawinenkurs für immer?

Nein. Die praktische Suche verlernt man schnell, und die Standards ändern sich. Übliche Praxis ist eine Auffrischung zu Saisonbeginn und regelmäßiges Üben der Kameradenrettung in der Gruppe.

Kann ich allein auf Tour gehen?

Davon ist abzuraten. Ohne Partner gibt es niemanden, der dich im Ernstfall sucht, und die Notfallausrüstung verliert ihren Sinn. Wer keine Gruppe hat, findet über Alpenvereinssektionen Anschluss.

Wie fit muss ich sein?

Eine Einsteigertour bedeutet mehrere Stunden gleichmäßigen Aufstieg mit Rucksack. Wer regelmäßig wandert oder Ausdauersport treibt, kommt zurecht. Das Tempo einer Gruppe richtet sich nach der langsamsten Person.

Wann ist die beste Zeit?

Das hängt vom Gebiet ab und vor allem von den Verhältnissen, weniger vom Datum. Im Frühjahr sind die Tage länger und die Schneedecke oft stabiler, dafür ist der richtige Zeitpunkt am Tag entscheidend.

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