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Pilates

Kontrollierte Übungen für Rumpfkraft, Haltung und Körperbewusstsein.

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Worum es geht

Pilates gehört zum Bereich Sport & Bewegung. Kontrollierte Übungen für Rumpfkraft, Haltung und Körperbewusstsein.

Pilates ist ein Übungssystem, das auf kontrollierte Bewegung aus der Körpermitte zielt. Von außen sieht das harmlos aus, weil wenig Tempo im Spiel ist und niemand außer Atem gerät. In der Praxis zittert nach zehn Minuten etwas, von dem du bis dahin nicht wusstest, dass es überhaupt ein Muskel ist.

Der Unterschied zu Yoga wird oft größer dargestellt, als er ist. Beide arbeiten mit dem eigenen Gewicht und ohne Wettbewerb. Pilates ist dabei stärker auf Wiederholungen, Zählen und sehr genaue Vorgaben ausgerichtet und verzichtet auf den meditativen Rahmen. Wer klare Ansagen mag und mit Stille wenig anfangen kann, fühlt sich hier meist wohler.

Der Alltag damit ist unspektakulär, und darin liegt die Stärke. Die Übungen brauchen eine Matte, etwas Platz und keine halbe Stunde. Was sich verändert, merken die meisten zuerst an Nebensächlichkeiten: Langes Sitzen fällt weniger schwer, und beim Tragen von Einkäufen kippt der Rumpf nicht mehr so schnell zur Seite.

Für wen es passt

Für diese Menschen ist Pilates wie gemacht:

Ehrlich gesagt eher nichts für dich, wenn …

Wer schnelle, intensive Belastung sucht, findet die kontrollierten Bewegungen zu ruhig.

Steckbrief

Zeitbedarf pro Wocheüberschaubar – ein paar Stunden pro Woche
Einstiegskosten€ – sehr günstig
Laufende Kostenkeine laufenden Kosten
Platzbedarfeine Ecke genügt
Körperliche Anforderungleicht körperlich
Drinnen oder draußenvor allem drinnen
Allein oder Gruppeallein oder mit anderen
Tempomal ruhig, mal in Bewegung
Strukturplanvoll und strukturiert
Einstiegsalterjedes Alter

Was es kostet

Einstieg

Niedrig für Mattenkurse: eine Matte und bequeme Kleidung genügen. Wer an Geräten üben möchte, zahlt spürbar mehr, weil dort in kleinen Gruppen oder einzeln unterrichtet wird.

Laufende Kosten

Die Kursgebühr ist der einzige feste Posten, und die Spanne zwischen Volkshochschule und Studio ist groß. Gerätestunden liegen deutlich darüber. Kleingeräte wie Bälle und Bänder kosten einmalig wenig und halten lange.

Spartipp

Beginne mit einem Mattenkurs an einer Volkshochschule oder im Sportverein und wechsle erst später ins Studio, wenn dich die Geräte reizen. Einige Krankenkassen bezuschussen anerkannte Präventionskurse, danach solltest du gezielt fragen. Für zu Hause reicht das, was du im Kurs gelernt hast, ohne weitere Anschaffungen.

So startest du

Die ersten Schritte sind schnell gemacht:

  1. Eine Matte besorgen und einem Anfängerkurs folgen
  2. Die Grundübungen mit sauberer Technik lernen
  3. Regelmäßig zwei bis drei kurze Einheiten einplanen

Was du zum Einstieg brauchst

  • Eine Matte mit etwas PolsterungViele Übungen finden auf dem Rücken statt, teils mit Rollbewegungen über die Wirbelsäule. Eine sehr dünne Matte macht genau das unangenehm.
  • Enganliegende KleidungDie Lehrperson muss sehen, ob Becken und Rippen dort sind, wo sie sein sollen. In weiten Shirts lässt sich das nicht beurteilen und damit auch nicht korrigieren.
  • Ein kleiner Ball oder ein RingBeide erzeugen Widerstand oder Rückmeldung an Stellen, die man sonst schwer ansteuert. In vielen Kursen liegen sie bereit und müssen nicht gekauft werden.
  • Ein WiderstandsbandFür Arme, Schultern und Beine, wenn das eigene Gewicht nicht mehr reicht. Es passt in jede Tasche und ersetzt zu Hause einen Teil der Geräte.
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Typische Anfängerfehler

Wie schnell du vorankommst

Die ersten Stunden fühlen sich seltsam an, weil die Ansagen Muskeln betreffen, die du bewusst kaum ansteuerst. Nach etwa einem Monat weißt du, was mit den Anweisungen gemeint ist, und die Übungen laufen ohne ständiges Nachfragen. Deutlicher merkbar wird die Wirkung im Alltag nach zwei bis drei Monaten regelmäßiger Kurse. Die Feinheiten beschäftigen auch Fortgeschrittene noch nach Jahren.

Spielarten und Varianten

Mattenpilates

Nur mit Körpergewicht und Kleingeräten, in Gruppen. Der übliche und günstigste Einstieg, gut zu Hause fortzusetzen.

Gerätepilates

Am Reformer und verwandten Geräten mit Federwiderstand. Teurer und in kleineren Gruppen, dafür lassen sich Übungen genauer anpassen.

Kurse mit therapeutischem Schwerpunkt

Angebote für Menschen mit Beschwerden, die nur von entsprechend qualifizierten Fachleuten geleitet werden sollten. Wer solche Kurse sucht, klärt vorab ärztlich ab, was für ihn passt.

Wo du Anschluss findest

Volkshochschulen und Sportvereine haben fast überall Mattenkurse im Programm, oft als Block über ein Semester. Spezialisierte Studios bieten Gerätestunden in kleinen Gruppen an, mit entsprechend höheren Preisen. Physiotherapiepraxen führen teils eigene Kurse durch, die sich an Menschen mit Vorgeschichte richten. Online gibt es reichlich Material, das als Ergänzung zu einem Kurs am besten funktioniert.

Häufige Fragen zu Pilates

Was ist der Unterschied zu Yoga?

Pilates arbeitet in Wiederholungen mit sehr genauen Vorgaben und ohne spirituellen Rahmen, Yoga hält Haltungen länger und bindet Atmung und Aufmerksamkeit anders ein. In der Praxis überschneiden sich viele Übungen. Wer beides einmal ausprobiert, merkt den Unterschied schneller als jede Beschreibung erklären kann.

Hilft Pilates bei Rückenbeschwerden?

Viele Menschen berichten, dass ihnen Kräftigung der Rumpfmuskulatur guttut, aber pauschale Aussagen verbieten sich hier. Bei bestehenden Beschwerden gehört die Frage vorab in ärztliche oder physiotherapeutische Hände, und die Lehrperson sollte davon wissen.

Kann ich das zu Hause mit Videos machen?

Als Ergänzung gut, als Einstieg heikel. Die entscheidenden Details wie Beckenstellung und Rippenposition sieht man an sich selbst nicht. Ein paar Kursstunden zu Beginn sorgen dafür, dass du zu Hause nicht Wochen lang etwas anderes übst als gemeint.

Ist das nur etwas für Frauen?

In den Kursen sind Frauen bislang in der Mehrheit, an der Sache liegt das nicht. Das System stammt aus dem Umfeld von Sport und Rehabilitation und wird in vielen Sportarten als Ergänzung genutzt. In Vereinskursen sitzt die Verteilung inzwischen deutlich ausgeglichener.

Wie oft sollte ich üben?

Mehrere kurze Einheiten in der Woche wirken besser als eine lange, weil es um Bewegungsqualität geht und die bei Ermüdung leidet. Was dir bekommt, sagt dir dein eigenes Empfinden am nächsten Tag; die Kursleitung ordnet das im Zweifel besser ein als eine allgemeine Empfehlung.

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