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Angeln

Geduldig am Wasser sitzen, die Natur beobachten und Fische fangen.

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Worum es geht

Im Bereich Outdoor & Natur zu Hause: Geduldig am Wasser sitzen, die Natur beobachten und Fische fangen.

Angeln heißt, mit Köder, Schnur und Geduld einem Tier nachzustellen, das du nicht sehen kannst. Der größte Teil der Zeit besteht aus Warten, Beobachten und kleinen Korrekturen: Tiefe ändern, Köder wechseln, ein paar Meter weitergehen und es dort noch einmal versuchen. Wer Action erwartet, ist im falschen Hobby. Wer Ruhe sucht, findet hier eine, die einem trotzdem etwas zu tun gibt.

Was Einsteiger überrascht, ist, wie ruhig es dabei wird. Nach einer Stunde am Wasser hörst du Unterschiede, die dir vorher entgangen sind, und siehst am Kräuseln der Oberfläche, wo etwas steht. Dieses Warten ist nicht leer, es ist aufmerksam, und darin liegt der eigentliche Reiz. Viele nennen genau diese Stunden den Grund, warum sie weitermachen, ganz unabhängig davon, ob am Ende etwas im Kescher liegt.

Dazu gehört die weniger romantische Seite. Ein gefangener Fisch ist ein Tier, das entweder schonend zurückgesetzt oder sachgerecht getötet und verwertet wird. Wer sich mit diesem Teil nicht befassen möchte, sollte ehrlich prüfen, ob das Hobby zu ihm passt.

Für wen es passt

Das spricht dafür, dass Angeln zu dir passt:

Wann du lieber die Finger davon lässt – eher nichts für dich, wenn …

Wer keine Geduld hat und lebende Tiere nicht anfassen mag, sollte es lassen.

Steckbrief

Zeitbedarf pro Wocheregelmäßig – fester Zeitblock
Einstiegskosten€€€ – mittel
Laufende Kostengeringe laufende Kosten
Platzbedarfeine Ecke genügt
Körperliche Anforderungleicht körperlich
Drinnen oder draußenhauptsächlich draußen
Allein oder Gruppegut allein möglich
Tempomal ruhig, mal in Bewegung
Strukturteils frei, teils planvoll
Einstiegsalterbesser ab 12

Was es kostet

Einstieg

Am Anfang steht der Fischereischein, und der setzt in Deutschland einen Vorbereitungslehrgang mit Prüfung voraus. Ablauf und Gebühren unterscheiden sich je nach Bundesland. Eine einfache Grundausstattung aus Rute, Rolle, Schnur und Kleinteilen bewegt sich im unteren zweistelligen bis unteren dreistelligen Bereich.

Laufende Kosten

Der feste Posten ist die Erlaubnis für das jeweilige Gewässer, meist als Tages-, Wochen- oder Jahreskarte über den bewirtschaftenden Verein. Dazu kommen Haken, Blei, Schnur und Köder, die sich verbrauchen. Ruten und Rollen halten bei etwas Pflege viele Jahre.

Spartipp

Kauf keine Ausrüstung, bevor der Schein da ist und feststeht, an welchem Gewässer du fischst. Karpfenteich und Forellenbach verlangen völlig unterschiedliches Gerät, und der übliche Fehlkauf passiert genau hier. Viele Vereine haben Leihruten für neue Mitglieder.

So startest du

Dein Einstieg in drei Schritten:

  1. Den nötigen Angelschein und die Prüfung klären
  2. Eine Grundausrüstung für Einsteiger kaufen
  3. Mit einem erfahrenen Angler die ersten Male rausgehen

Was du zum Einstieg brauchst

  • Fischereischein und ErlaubnisscheinOhne beides darfst du in Deutschland nicht angeln. Der Schein ist die persönliche Qualifikation, die Erlaubnis gilt für ein bestimmtes Gewässer und einen bestimmten Zeitraum.
  • Eine Allround-Rute mit RolleEine mittlere Länge deckt Ansitz und leichtes Werfen ab. Spezialruten lohnen sich erst, wenn feststeht, auf welche Fische du gehst.
  • KescherZum schonenden Landen. Ohne Kescher wird der Fisch am Haken hochgehoben, was ihn verletzt und ein späteres Zurücksetzen sinnlos macht.
  • Hakenlöser und MaßbandDer Haken muss schnell und schonend heraus, und Schonmaße lassen sich nur einhalten, wenn du etwas zum Messen dabeihast.
  • Wetterfeste Kleidung und eine SitzgelegenheitAm Wasser ist es kühler und windiger, als es vom Parkplatz aus wirkt. Wer friert, geht nach zwei Stunden und lernt nichts über sein Gewässer.
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Typische Anfängerfehler

Wie schnell du vorankommst

Der Lehrgang für den Schein zieht sich je nach Bundesland über einige Wochenenden und vermittelt Recht, Gerätekunde und Tierschutz. Erste Fische kommen danach oft schnell, weil dir jemand aus dem Verein zeigt, wo sie stehen. Richtig gut wird man langsam. Zu verstehen, warum an einem Tag nichts geht und am nächsten alles, ist die Arbeit mehrerer Jahre.

Spielarten und Varianten

Ansitzangeln am See

Ruhiges Warten mit ausgelegter Rute, gut für lange Nachmittage. Der klassische Einstieg, weil das Gerät überschaubar bleibt.

Spinnfischen auf Raubfisch

Ständiges Werfen und Einholen mit Kunstködern. Deutlich aktiver, du gehst am Ufer entlang und lernst dabei, das Wasser zu lesen.

Fliegenfischen

Ein eigener Wurfstil, bei dem die Schnur das Gewicht trägt. Braucht Übung auf der Wiese, bevor es am Bach klappt, belohnt aber mit sehr direktem Kontakt zum Fisch.

Meeresangeln vom Kutter

Anderes Gerät, andere Regeln, meist geführte Fahrten. Weil die Crew beim Umgang mit dem Fang hilft, ist es ein guter Weg, das Ganze erst einmal kennenzulernen.

Wo du Anschluss findest

Der erste Weg führt zur zuständigen Behörde oder zum Landesfischereiverband, denn dort erfährst du, wie Lehrgang und Prüfung in deinem Bundesland ablaufen. Die Gewässer selbst werden fast überall von Vereinen bewirtschaftet, die Gastkarten ausgeben und Jugendgruppen betreiben. An Küsten und großen Seen bieten Kutter und Guides geführte Tage mit gestellter Ausrüstung an.

Häufige Fragen zu Angeln

Brauche ich wirklich einen Schein?

Ja. In Deutschland ist der Fischereischein grundsätzlich Voraussetzung und wird nach einer Prüfung ausgestellt. Einzelne Bundesländer kennen befristete Urlauberscheine mit eigenen Bedingungen. Verbindlich Auskunft geben die Fischereibehörden der Länder und Kommunen sowie die Landesverbände.

Wie lange dauert es bis zum ersten Fisch?

Mit jemandem, der das Gewässer kennt, oft schon beim ersten Ansitz. Allein an einem unbekannten See kann es mehrere Versuche brauchen. Ein Hinweis vom Vereinskollegen zu Uhrzeit und Stelle ersetzt Wochen eigenen Probierens.

Ist Angeln Tierquälerei?

Die Frage ist berechtigt und wird ernsthaft diskutiert. Das deutsche Tierschutzrecht verlangt einen vernünftigen Grund für das Fangen, in der Regel die Verwertung. Zum Handwerk gehören kurze Drillzeiten, ruhiger Umgang und sofortiges, sachgerechtes Töten.

Darf ich nachts angeln?

Das hängt vom Gewässer und vom Bundesland ab. Manche Gewässerordnungen erlauben Nachtangeln, andere verbieten es oder beschränken es auf bestimmte Arten. Die Gewässerordnung des bewirtschaftenden Vereins ist die verbindliche Auskunft.

Muss ich in einen Verein eintreten?

Zwingend nicht, praktisch fast immer sinnvoll. Die meisten Binnengewässer sind verpachtet, und Karten bekommst du über den Verein. Dazu kommt der Zugang zu Leuten, die dieses Wasser seit Jahrzehnten kennen.

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