Tennis
Der klassische Rückschlagsport auf dem Platz – technisch und taktisch anspruchsvoll.
Worum es geht
Kurz gesagt: Der klassische Rückschlagsport auf dem Platz – technisch und taktisch anspruchsvoll. Als Hobby aus dem Bereich Sport & Bewegung lässt es sich gut in den Alltag einbauen.
Tennis ist ein Rückschlagspiel auf großem Feld, bei dem du zwischen zwei Schlägen fast ununterbrochen in Bewegung bist. Von außen wirkt es ruhig, tatsächlich besteht ein Ballwechsel aus kurzen Sprints, abrupten Bremsungen und Richtungswechseln. Die Pausen dazwischen gehören zum Spiel und sind der Grund, warum es sich über zwei Stunden aushalten lässt.
Der Ball vergibt allerdings wenig. Ein Schlag, bei dem Beinstellung, Schulter und Zeitpunkt nicht zusammenpassen, landet im Netz oder weit hinter der Linie, und daran ändert Kraft nichts. Deshalb sind ein paar Stunden bei einem Trainer zu Beginn besser angelegt als alles, was du später an Ausrüstung kaufst. Ohne Anleitung schleift sich meist eine Bewegung ein, die dich Jahre begleitet.
Dazu kommt ein sozialer Teil, den viele unterschätzen. Tennis wird verabredet, meist auf demselben Platz mit denselben Leuten, und nach dem Match bleibt man sitzen. Wer eine Sportart sucht, die feste Bekanntschaften gleich mitliefert, findet sie hier eher als im Studio. Ohne Verabredung steht man allerdings mit zwei Bällen allein am Zaun.
Für wen es passt
Besonders gut passt es zu dir, wenn du dich hier wiederfindest:
- Für ehrgeizige Sportler, die Technik, Kondition und Kopfspiel verbinden wollen.
Und ehrlich gesagt: eher nichts für dich, wenn …
Wer schnelle Erfolge erwartet, unterschätzt die lange Technikphase am Anfang.
Steckbrief
Was es kostet
Mittel. Ein Einsteigerschläger liegt im unteren dreistelligen Bereich, dazu Schuhe passend zum Belag und Bälle. Der größere Posten ist der Platz: Vereinsbeitrag im Sommer, Hallenstunden im Winter.
Vereinsbeiträge werden jährlich fällig und enthalten meist unbegrenztes Spielen auf den Außenplätzen. Hallenzeit in der kalten Jahreshälfte ist der teuerste Einzelposten. Saiten reißen oder werden weich und müssen erneuert werden, bei häufigem Spiel mehrmals pro Jahr.
Nimm ein Anfängerpaket im Verein, in dem Beitrag und Gruppentraining zusammen kalkuliert sind, das ist fast immer günstiger als Einzelstunden. Schläger lassen sich in vielen Vereinen und Läden testen, bevor du kaufst. Und im Sommer draußen zu spielen spart die gesamten Hallenkosten.
So startest du
So startest du am besten:
- Einen Schläger besorgen und einen Platz oder Verein finden
- Die Grundschläge in einem Kurs lernen
- Regelmäßig mit einem Partner üben
Was du zum Einstieg brauchst
- Ein Schläger mit passendem GewichtZu schwere Schläger führen zu ausweichenden Bewegungen aus der Schulter. Lass dich beraten und probiere mehrere; Griffstärke und Gewicht sind wichtiger als das Modell.
- Tennisschuhe passend zum BelagSandplatzschuhe rutschen kontrolliert, Hallenschuhe greifen. Laufschuhe kippen bei seitlichen Bewegungen und sind auf vielen Plätzen ohnehin nicht erlaubt.
- Bälle mit DruckAlte Bälle springen tot vom Boden ab, und das verdirbt jeden Ballwechsel. Eine frische Dose hält im Training einige Einheiten.
- GriffbänderDer Griff wird feucht, und ein rutschender Schläger führt dazu, dass man ihn zu fest hält. Bänder kosten wenig und lassen sich in einer Minute wechseln.
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Typische Anfängerfehler
- Aus dem Stand schlagen und die Füße vergessen. Fast jeder Fehler bei Einsteigern entsteht, weil sie zu spät zum Ball kommen und ihn dann im Ausfallschritt erreichen müssen.
- Den Schläger dauerhaft zu fest umklammern und mit harter Bespannung spielen. Beides erhöht die Belastung im Unterarm, und der sogenannte Tennisarm trifft überwiegend Einsteiger und Freizeitspieler.
- Den zweiten Aufschlag genauso hart schlagen wie den ersten. Ein sicherer zweiter Aufschlag gewinnt mehr Spiele als jedes Ass, weil Doppelfehler direkt Punkte kosten.
Wie schnell du vorankommst
Die ersten Wochen sind frustrierend, weil der Ball selten dort landet, wo du hinwolltest. Nach etwa einem halben Jahr Gruppentraining hältst du längere Ballwechsel und triffst Vorhand und Rückhand zuverlässig. Der Aufschlag ist der langsamste Schlag und braucht oft Jahre, bis er unter Druck hält. Taktik kommt zum Schluss und macht dann den größten Unterschied.
Spielarten und Varianten
Einzel
Ein Gegenüber, das ganze Feld, keine Ausrede. Läuferisch am fordernsten und der ehrlichste Vergleich.
Doppel
Zu viert, kürzere Wege, mehr Netzspiel und viel Absprache. Die Form, die in Vereinen den Alltag bestimmt und bis ins hohe Alter funktioniert.
Medenspiele und Ligabetrieb
Mannschaftswettkämpfe an Wochenenden im Sommer, in Klassen von Kreisebene aufwärts. Ein langer Spieltag, an dem das Miteinander mindestens so wichtig ist wie das Ergebnis.
Sand, Hartplatz und Halle
Der Belag verändert das Spiel spürbar. Auf Sand springt der Ball hoch und langsam, in der Halle kommt er flach und schnell zurück.
Wo du Anschluss findest
Tennisvereine sind auch in kleineren Orten verbreitet und bieten fast überall Schnupperkurse für Erwachsene an, teils mit Leihschlägern. Kommerzielle Tennishallen vermieten Plätze stundenweise, ohne dass du Mitglied wirst. Volkshochschulen und Hochschulsport haben oft günstige Anfängerkurse im Programm. Wer im Sommer beginnt, kommt erfahrungsgemäß leichter hinein als jemand, der im November in der Halle anfängt.
Häufige Fragen zu Tennis
Lohnen sich Trainerstunden am Anfang?
Kaum irgendwo mehr als hier. Falsche Schlagbewegungen prägen sich schnell ein und lassen sich später nur mühsam ändern. Gruppentraining zu viert ist deutlich günstiger als Einzelstunden und für den Einstieg völlig ausreichend.
Was ist ein Tennisarm, und wie beugt man vor?
Gemeint ist eine Überlastung der Sehnenansätze am Ellenbogen, die bei Freizeitspielern häufiger auftritt als bei Profis. Als Auslöser gelten unter anderem verkrampfte Griffhaltung, sehr harte Bespannung und zu spätes Treffen des Balls. Bei anhaltenden Schmerzen im Ellenbogen gehört das ärztlich abgeklärt.
Kann ich als Erwachsener noch anfangen?
Ja, und in vielen Vereinen sind Erwachsenenkurse inzwischen die am stärksten gefragte Gruppe. Du wirst schneller Fortschritte machen als Kinder, verlierst dafür etwas an Beweglichkeit. Ein Doppel spielt sich schon nach wenigen Monaten passabel.
Brauche ich einen Vereinsbeitritt?
Nicht zwingend. Manche Anlagen vermieten Plätze stundenweise an Gäste, und in der Halle ist das der Normalfall. Wer regelmäßig spielt, fährt mit einer Mitgliedschaft trotzdem besser, allein wegen der Mitspielersuche.
Wie finde ich jemanden zum Spielen?
Über den Verein am zuverlässigsten, weil dort Listen, offene Spielabende und Mannschaften existieren. Es gibt zudem Apps, über die sich Leute nach Spielstärke verabreden. Ein fester wöchentlicher Termin mit einer Person hält erfahrungsgemäß länger als eine große Runde.
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