Malen
Mit Farbe Bilder schaffen – ob Aquarell, Acryl oder Öl, jede Richtung hat ihren Reiz.
Worum es geht
Malen gehört zum Bereich Kreativ. Mit Farbe Bilder schaffen – ob Aquarell, Acryl oder Öl, jede Richtung hat ihren Reiz.
Malen bedeutet, mit Farbe eine Fläche zu gestalten, und alles Weitere hängt daran, für welche Farbe du dich entscheidest. Aquarell ist durchsichtig, schnell und verzeiht wenig. Acryl trocknet in Minuten und lässt sich beliebig übermalen. Ölfarbe bleibt tagelang weich, dafür ziehst du Übergänge weich ineinander wie sonst nirgends.
Ein Nachmittag am Bild verläuft anders, als man ihn plant. Die ersten Minuten sind zaghaft, dann kippt es, und plötzlich sind zwei Stunden vergangen. Diese Versenkung ist für viele der eigentliche Grund, warum sie dabeibleiben, und nicht das fertige Bild an der Wand. Nebenbei ändert sich die Wahrnehmung: Du siehst plötzlich, dass ein Schatten blau sein kann und eine weiße Wand am Fenster ins Gelbliche kippt.
Ehrlich bleibt aber auch: Die ersten Bilder sehen selten so aus wie das, was du im Kopf hattest. Der Abstand zwischen Vorstellung und Ergebnis ist am Anfang am größten und schrumpft ausschließlich durch Wiederholung. Wer diese Phase aushält, gewinnt eine Beschäftigung, die viele Jahrzehnte trägt. Teuer wird sie dabei nur, wenn du dem Reiz nachgibst, jedes neue Material sofort auszuprobieren.
Für wen es passt
Für diese Menschen ist Malen wie gemacht:
- Für alle, die Ruhe im Tun finden und Gedanken lieber in Farben als in Worte fassen.
Ehrlich gesagt eher nichts für dich, wenn …
Wer sofort perfekte Ergebnisse erwartet, verliert die Lust an den unvermeidlichen Übungsstunden.
Steckbrief
Was es kostet
Niedrig, sofern du klein anfängst. Ein einfacher Farbkasten, ein Block und drei Pinsel liegen im niedrigen zweistelligen Bereich. Wer sofort Leinwände, Staffelei und ein volles Sortiment kauft, landet beim Mehrfachen, ohne dadurch besser zu malen.
Der Verbrauch entsteht vor allem beim Malgrund. Papier und Leinwände summieren sich, während Farbe bei mäßigem Gebrauch erstaunlich lange hält. Ölmalerei kostet zusätzlich durch Verdünner und Reinigungsmittel.
Wenige Farben in guter Qualität schlagen einen großen Kasten. Mit je einem warmen und einem kühlen Ton pro Grundfarbe plus Weiß mischst du fast alles und lernst Farbmischung dabei wirklich. Der zweite Tipp betrifft das Papier: Wer teuren Malgrund hat, traut sich nicht, ihn zu verbrauchen.
So startest du
Die ersten Schritte sind schnell gemacht:
- Mit einem kleinen Acryl- oder Aquarellset und Skizzenblock beginnen
- Einfache Motive wie Obst oder Landschaften kopieren
- Grundlagen der Farblehre und Komposition lernen
Was du zum Einstieg brauchst
- Farben für eine einzige TechnikEntscheide dich anfangs für Aquarell oder Acryl und bleib eine Weile dabei. Jede Technik hat eigene Regeln, und zwei gleichzeitig zu lernen verlangsamt beide.
- Passender MalgrundAquarell braucht dickes, saugfähiges Papier, Acryl kommt auch auf Pappe oder Leinwand zurecht. Ein falscher Untergrund lässt Einsteiger an sich zweifeln, obwohl das Material schuld ist.
- Drei Pinsel in verschiedenen GrößenEin breiter für Flächen, ein mittlerer für fast alles, ein feiner für den Schluss. Mehr brauchst du im ersten Jahr nicht.
- Mischfläche und WasserglasEin alter Teller genügt. Gemischt wird außerhalb des Bildes, sonst entsteht auf dem Blatt ein Grau, das sich nicht mehr zurücknehmen lässt.
- Lappen und eine Abdeckung für den TischNimmt die Angst vor Flecken. Wer beim Malen aufpassen muss, malt vorsichtig, und vorsichtige Bilder sind meist die schwächeren.
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Typische Anfängerfehler
- Zu früh zum feinsten Pinsel greifen. Details vor der Grundform sind der häufigste Grund, warum ein Bild auf halber Strecke auseinanderfällt.
- Beim Mischen zu viele Farben zusammenrühren. Ab der dritten Farbe im Topf entsteht fast zwangsläufig ein stumpfes Braungrau statt des gewünschten Tons.
- In der Ölmalerei ohne Lüftung mit Verdünner arbeiten. Lösungsmitteldämpfe reichern sich in kleinen Räumen an, deshalb gehören ein offenes Fenster und verschlossene Gefäße von Beginn an dazu.
Wie schnell du vorankommst
Ein ansehnliches erstes Bild entsteht oft schon am ersten Nachmittag, weil Farbe von sich aus wirkt. Danach folgt eine zähe Phase, in der du siehst, was nicht stimmt, es aber noch nicht ändern kannst. Sie dauert Monate. Wer regelmäßig malt, erreicht nach etwa einem Jahr den Punkt, an dem Fehler bewusst korrigierbar werden statt nur ärgerlich zu sein.
Spielarten und Varianten
Aquarell
Leicht, transparent und gut am kleinen Tisch zu machen. Verzeiht kaum Korrekturen, was manche befreiend und andere quälend finden.
Acryl
Der übliche Einstieg: schnell trocken, wasserlöslich, beliebig übermalbar. Genau deshalb neigt man dazu, Bilder totzuarbeiten.
Ölmalerei
Lange offene Zeit und sehr feine Übergänge. Braucht Platz, Geduld und sorgsamen Umgang mit Verdünnern und ölgetränkten Lappen, die sich selbst entzünden können.
Gouache
Deckende Wasserfarbe zwischen Aquarell und Acryl. In der Illustration beliebt, weil sie matt auftrocknet und sich gut abfotografieren lässt.
Wo du Anschluss findest
Ateliers vermieten mancherorts Arbeitsplätze stundenweise, was sich besonders für Ölmalerei lohnt, weil Lüftung und Trockenplatz dort vorhanden sind. Anfängerkurse in Aquarell und Acryl führen Volkshochschulen und Kunstschulen, oft als Reihe über ein Semester. Vielerorts existieren offene Malgruppen, die sich ohne Anleitung treffen und einfach gemeinsam arbeiten. Museen bieten daneben Mal- und Zeichenabende vor den Originalen an.
Häufige Fragen zu Malen
Muss ich zeichnen können, um zu malen?
Für gegenständliche Motive hilft es sehr, weil Proportionen sonst zum Dauerärgernis werden. Zwingend ist es nicht, denn abstrakte und stark vereinfachte Bilder kommen ohne aus. Viele arbeiten deshalb parallel an beidem, jeweils in kurzen Einheiten.
Welche Technik eignet sich für den Anfang?
Acryl, wenn du gern korrigierst und deckende Farben magst. Aquarell, wenn du wenig Platz hast und schnell fertig sein willst. Öl lohnt sich später, weil Material, Trockenzeiten und Lüftung mehr Rücksicht verlangen.
Wie oft sollte ich malen?
Lieber einmal pro Woche zwei Stunden als jeden Tag zehn Minuten. Malen braucht eine Anlaufzeit, bis die Hand locker wird, und die fällt bei jedem Anfang neu an.
Brauche ich ein eigenes Zimmer dafür?
Nein, ein abgedeckter Küchentisch reicht für Aquarell und Acryl. Wichtiger als Fläche ist ein Ort, an dem angefangene Bilder liegen bleiben dürfen. Wer nach jeder Sitzung alles wegräumt, hört meist früher auf.
Sind Malfarben gesundheitlich bedenklich?
Wasserbasierte Farben sind im normalen Gebrauch unproblematisch, solange du sie nicht versprühst. Vorsicht gilt bei einzelnen Pigmenten mit Schwermetallen und bei Verdünnern für Ölfarbe. Beschriftungen lesen, lüften und nicht am Pinsel lecken deckt das Wesentliche ab.
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