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Klettern

Am Fels oder in der Halle mit Seil in die Höhe – Vertrauen, Kraft und Technik.

Worum es geht

Am Fels oder in der Halle mit Seil in die Höhe – Vertrauen, Kraft und Technik. Damit zählt Klettern zu den beliebten Ideen im Bereich Sport & Bewegung.

Klettern am Seil unterscheidet sich vom Bouldern durch zwei Dinge: die Höhe und die zweite Person. Du bist nie allein an der Wand, denn unten steht jemand, der das Seil führt und deine Sicherheit in den Händen hält. Das klingt dramatisch und ist der Grund, warum am Anfang ein Sicherungskurs steht und nicht ein Video.

Der Sprung von Absprunghöhe auf fünfzehn Meter verändert weniger die Arme als den Kopf. Die einzelnen Züge sind leichter als beim Bouldern, dafür kommt die Frage hinzu, ob du dich wirklich ins Seil fallen lässt. Der erste bewusst geübte Sturz ist für viele die eigentliche Prüfung, und danach klettert es sich merklich lockerer.

Draußen kommt Verantwortung dazu, die dir in der Halle jemand abnimmt. Der Fels ist nicht abgenommen, Haken haben ein Alter, Wetter und Steinschlag spielen mit. Wer an den Fels möchte, geht dorthin mit erfahrenen Leuten oder über einen Kurs. Das ist keine Förmlichkeit, sondern der Unterschied zwischen Sport und Glückssache.

Für wen es passt

Ob Klettern zu dir passt? Schau, ob das auf dich zutrifft:

Woran es scheitern könnte – eher nichts für dich, wenn …

Wer Höhenangst nicht überwinden will, wird selten Freude daran finden.

Steckbrief

Zeitbedarf pro Wocheregelmäßig – fester Zeitblock
Einstiegskosten€€€ – mittel
Laufende Kostenmoderate laufende Kosten
Platzbedarfviel Platz oder Außenfläche
Körperliche Anforderungkörperlich fordernd
Drinnen oder draußenhauptsächlich draußen
Allein oder Gruppeallein oder mit anderen
Tempokörperlich aktiv
Strukturplanvoll und strukturiert
Einstiegsalterbesser ab 12

Was es kostet

Einstieg

Mittel. Der Sicherungskurs ist der erste Posten und kostet meist so viel wie ein paar Halleneintritte. Gurt, Sicherungsgerät, Verschlusskarabiner und Kletterschuhe zusammen liegen im unteren dreistelligen Bereich; ein eigenes Seil braucht man anfangs nicht.

Laufende Kosten

Halleneintritte, dazu ab und zu neue Sohlen für die Schuhe. Material altert auch ungenutzt, deshalb werden Gurte und Seile nach Herstellerangabe irgendwann ausgemustert. Für Ausfahrten kommen Fahrt und Übernachtung dazu.

Spartipp

Kurs und Ausrüstung gibt es bei vielen Alpenvereinssektionen deutlich günstiger als kommerziell, und Mitglieder bekommen zusätzlich Ermäßigung in vielen Hallen. Gebrauchte Gurte oder Seile ohne bekannte Vorgeschichte sind dagegen der falsche Ort zum Sparen, weil du ihre Belastung nicht kennst.

So startest du

So kommst du in Klettern rein:

  1. Einen Kletterkurs mit Sicherungstechnik belegen
  2. In der Halle das Toprope-Klettern lernen
  3. Mit einem erfahrenen Partner üben

Was du zum Einstieg brauchst

  • KlettergurtVerbindet dich mit dem Seil und verteilt die Last auf Hüfte und Beine. Er sollte anprobiert werden, denn ein rutschender Gurt ist im Hängen unangenehm bis unbrauchbar.
  • Sicherungsgerät und VerschlusskarabinerDas Herzstück der Sicherungskette. Welches Gerät du nutzt, lernst du im Kurs; wichtig ist, dass du genau dieses Modell blind bedienen kannst.
  • KletterschuheAm Seil darf es bequemer sein als beim Bouldern, weil du länger am Stück in ihnen stehst. Eine flache Form reicht für alles unterhalb steiler Wände.
  • Ein Helm für draußenAm Fels geht es weniger um den Sturz als um Steinschlag von oben. In der Halle ist er unüblich, draußen gehört er zur Standardausrüstung.
  • Ein SeilsackHält das Seil sauber und sortiert. Schmutz und Sand sind der schnellste Weg, ein Seil vorzeitig zu verschleißen.

Typische Anfängerfehler

Wie schnell du vorankommst

Der Sicherungskurs dauert meist einen Tag oder zwei Abende, danach darfst du im Toprope klettern. Nach einigen Wochen bewegst du dich in leichten Routen flüssig und beginnst, Griffe von unten zu deuten. Der Vorstiegskurs ist der nächste größere Schritt und für viele der Punkt, an dem sich Kopfarbeit und Technik trennen. Am Fels beginnt das Lernen noch einmal von vorn.

Spielarten und Varianten

Toprope in der Halle

Das Seil läuft bereits von oben, gestürzt wird kaum. Der übliche Einstieg direkt nach dem Kurs.

Vorstieg

Du hängst das Seil selbst ein und stürzt entsprechend weiter. Anspruchsvoller im Kopf und Voraussetzung für fast alles am Fels.

Sportklettern am Fels

Vorhandene Haken, kurze Routen, Wetterabhängigkeit. Der Wechsel von Kunstgriffen auf Struktur im Stein ist größer als erwartet.

Mehrseillängen und alpines Klettern

Lange Routen mit Standplätzen, Materialkunde und Zeitdruck durchs Wetter. Eine eigene Welt, die ohne Ausbildung nicht zugänglich ist.

Wo du Anschluss findest

Kletterhallen mit Kursangebot gibt es in fast allen größeren Städten, meist mit Sicherungskursen im Wochenrhythmus. Alpenvereinssektionen bieten die komplette Ausbildung bis ins alpine Gelände an und dazu geführte Ausfahrten, oft zum Selbstkostenpreis. Kletterschulen führen Einsteigerkurse direkt am Fels durch. Wer draußen unterwegs sein will, informiert sich vorab über Sperrungen wegen brütender Vögel.

Häufige Fragen zu Klettern

Brauche ich zwingend einen Kletterpartner?

Am Seil ja, und darin liegt die größte Hürde. Viele Hallen haben Partnerbörsen, Anfängerabende oder Aushänge; Alpenvereinssektionen organisieren feste Klettertreffs. Wer niemanden findet, bouldert in der Zwischenzeit und knüpft dort Kontakte.

Was ist der Unterschied zwischen Toprope und Vorstieg?

Im Toprope hängt das Seil bereits oben, du fällst höchstens ein Stück ins straffe Seil. Im Vorstieg klinkst du das Seil unterwegs selbst ein und stürzt dadurch über die letzte Sicherung hinaus. Technisch dieselbe Wand, im Kopf zwei verschiedene Sportarten.

Wie sicher ist das Material?

Normgerechte Ausrüstung hält ein Vielfaches der Kräfte aus, die beim Sturz auftreten. Die Schwachstelle ist praktisch immer die Bedienung: falsch eingelegtes Seil, offener Karabiner, unaufmerksames Sichern. Deshalb gehört der gegenseitige Partnercheck vor jedem Start zur Routine.

Ich habe Höhenangst, geht das trotzdem?

Oft ja, und viele beschreiben genau das als Grund fürs Klettern. Der Umgang mit der Angst lässt sich in kleinen Schritten üben, am besten mit jemandem, der Erfahrung hat und nicht drängt. Wer sich überreden lässt, verfestigt eher das Gegenteil.

Wann bin ich bereit für den Fels?

Wenn Vorstieg, Standplatz und Abseilen in der Halle sicher sitzen und jemand mit Erfahrung mitkommt. Der erste Felstag mit einem Kurs oder einer geführten Ausfahrt spart dir eine ganze Reihe unangenehmer Erfahrungen.

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