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Imkern

Bienenvölker pflegen, ihre Welt verstehen und eigenen Honig ernten.

Worum es geht

Bienenvölker pflegen, ihre Welt verstehen und eigenen Honig ernten. Damit zählt Imkern zu den beliebten Ideen im Bereich Outdoor & Natur.

Imkern heißt, ein Volk aus mehreren zehntausend Tieren durch das Jahr zu begleiten. Du öffnest die Beute, ziehst Waben und liest ab, wie viel Brut vorhanden ist, ob die Königin legt und ob sich Schwarmstimmung aufbaut. Honig ist das sichtbare Ergebnis, der eigentliche Inhalt dieses Hobbys ist geduldiges Beobachten. Du riechst das Volk, hörst an der Tonlage, ob es ruhig ist, und siehst am Flugloch schon vor dem Öffnen, wie es steht.

Der Jahresrhythmus ist streng vorgegeben. Im Frühjahr wird wöchentlich kontrolliert, weil sonst Schwärme abgehen, im Sommer wird geerntet, im Spätsommer gegen die Varroamilbe behandelt und eingefüttert, im Winter bleibt Ruhe. Wer einen dieser Termine verpasst, steht im Frühjahr unter Umständen vor einer leeren Beute.

Damit ist der Kern benannt: Bienen sind Nutztiere und keine Dekoration. Sie sind das ganze Jahr da, auch wenn du krank bist oder verreisen möchtest, und sie sterben, wenn über Wochen niemand nachsieht. Wer anfängt, braucht deshalb von Beginn an eine Vertretung, die im Notfall einspringen kann.

Für wen es passt

Ob Imkern zu dir passt? Schau, ob das auf dich zutrifft:

Woran es scheitern könnte – eher nichts für dich, wenn …

Wer Angst vor Stichen hat oder keine Zeit für regelmäßige Pflege, sollte es meiden.

Steckbrief

Zeitbedarf pro Wocheregelmäßig – fester Zeitblock
Einstiegskosten€€€ – mittel
Laufende Kostenmoderate laufende Kosten
Platzbedarfviel Platz oder Außenfläche
Körperliche Anforderungleicht körperlich
Drinnen oder draußenhauptsächlich draußen
Allein oder Gruppegut allein möglich
Tempomal ruhig, mal in Bewegung
Strukturplanvoll und strukturiert
Einstiegsalterbesser ab 16

Was es kostet

Einstieg

Für zwei Völker brauchst du Beuten, Rähmchen, Mittelwände, Schleier, Smoker und Werkzeug, was sich in den unteren bis mittleren dreistelligen Bereich summiert. Dazu kommen die Bienen selbst, meist als Ableger von einem Imker aus der Region. Eine Schleuder musst du nicht kaufen, viele Vereine verleihen sie.

Laufende Kosten

Mittelwände, Futter für den Winter, Mittel gegen die Varroamilbe und Gläser für den Honig. Der Aufwand pro Volk ist überschaubar, wächst aber mit jeder weiteren Beute. Hinzu kommt der Vereinsbeitrag, in dem oft eine Versicherung enthalten ist.

Spartipp

Fang mit zwei Völkern an, nicht mit einem und nicht mit fünf. Zwei erlauben den Vergleich und geben dir eine Reserve, wenn eines eingeht. Vereine verleihen Schleuder und Gerät. Gebrauchte Beuten sind günstig, sollten wegen Krankheiten aber nur aus bekannter Herkunft und gründlich gereinigt übernommen werden.

So startest du

So kommst du in Imkern rein:

  1. Einen Imkerkurs im Imkerverein besuchen
  2. Grundausstattung und ein Bienenvolk beschaffen
  3. Erfahrene Imker als Paten um Rat fragen

Was du zum Einstieg brauchst

  • Beuten mit RähmchenDie Behausung des Volkes. Wichtiger als das gewählte System ist, dass du dich für eines entscheidest und dabei bleibst, sonst passt später nichts mehr zusammen.
  • Schleier und HandschuheStiche gehören dazu, aber nicht im Gesicht. Vielen erfahrenen Imkern reicht der Schleier, am Anfang sind Handschuhe sinnvoll, weil Hektik mehr Stiche erzeugt.
  • SmokerRauch beruhigt das Volk und macht die Durchsicht für beide Seiten ruhiger. Der Umgang damit gehört zu den ersten Dingen, die im Kurs geübt werden.
  • StockmeißelZum Lösen der verkitteten Teile. Klingt banal und ist das Werkzeug, das du bei jeder einzelnen Durchsicht in der Hand hast.
  • Ausstattung für die VarroabehandlungGemülleinlage zum Zählen, zugelassenes Mittel und eine Dosierhilfe. Ohne konsequente Behandlung übersteht ein Volk den Winter in unseren Breiten in aller Regel nicht.

Typische Anfängerfehler

Wie schnell du vorankommst

Das erste Jahr läuft mit Anleitung, und das ist auch nötig. Du lernst, Brut von Futter zu unterscheiden, Weiselzellen zu erkennen und ruhig zu bleiben, wenn es um dich herum summt. Im zweiten Jahr gehen die Standardarbeiten allein von der Hand. Bis du ein Volk auch durch ein schwieriges Jahr bringst, vergehen mehrere Saisons, denn kein Jahr gleicht dem vorigen.

Spielarten und Varianten

Hobbyimkerei mit wenigen Völkern

Zwei bis fünf Völker im Garten oder auf einem Gemeinschaftsstand. Überschaubarer Aufwand und genug Honig für Familie und Nachbarn.

Wanderimkerei

Völker werden zu blühenden Kulturen gefahren, um sortenreine Trachten zu ernten. Deutlich mehr Organisation und Fahrerei, dafür ganz andere Honige.

Bienenhaltung ohne Ernteziel

Der Schwerpunkt liegt auf dem Volk selbst, mit wenigen Eingriffen. Klingt einfach, verlangt aber trotzdem Varroakontrolle, weil unbehandelte Völker auch Nachbarbestände gefährden.

Patenschaft oder geteilter Stand

Du beteiligst dich an Völkern, die jemand anders betreut. Ein guter Weg, Verantwortung und Aufwand kennenzulernen, bevor du selbst anfängst.

Wo du Anschluss findest

Der Zugang läuft praktisch immer über einen Imkerverein. Dort gibt es Anfängerkurse über eine ganze Saison, Paten, die dich an ihren Stand mitnehmen, und meist eine Vereinsschleuder zum Ausleihen. Landesverbände und die Fachzentren für Bienenkunde bieten zusätzlich Schulungen und Gesundheitsberatung an. Ableger kaufst du am besten in der Region und mit Gesundheitszeugnis, damit du dir keine Krankheiten in den Bestand holst.

Häufige Fragen zu Imkern

Muss ich meine Bienen anmelden?

Ja. Die Bienenhaltung ist in Deutschland beim zuständigen Veterinäramt anzuzeigen, und eine Meldung bei der Tierseuchenkasse des Bundeslands gehört ebenfalls dazu. Auch für das Wandern mit Völkern und für Gesundheitsbescheinigungen gibt es Vorgaben. Der Imkerverein vor Ort erklärt dir, was in deinem Bundesland konkret verlangt wird.

Darf ich im Garten oder auf dem Balkon imkern?

Grundsätzlich ist Bienenhaltung auch im Siedlungsbereich möglich, doch Nachbarschaft, Flugrichtung und Mietrecht spielen hinein. Ein Sichtschutz, der die Bienen zum Aufsteigen zwingt, entschärft viele Konflikte. Das Gespräch mit den Nachbarn führt man vorher, nicht nach dem ersten Stich.

Was passiert, wenn ich in Urlaub fahre?

Im Winter nichts, im Frühjahr sehr viel. Zwischen April und Juni brauchen Völker wöchentliche Kontrolle, sonst schwärmen sie. Wer in dieser Zeit wegfährt oder krank wird, braucht jemanden, der weiß, was zu tun ist. Diese Absprache trifft man vor der Saison.

Wie schlimm sind die Stiche?

Ein einzelner Stich ist unangenehm, aber harmlos, und die Reaktion darauf nimmt bei vielen Menschen mit der Zeit ab. Wer eine Insektengiftallergie hat, sollte allerdings vorher ärztlich abklären lassen, ob Imkern für ihn überhaupt infrage kommt.

Rette ich mit Honigbienen die Insektenwelt?

Nein, das ist ein verbreitetes Missverständnis. Die Honigbiene ist ein gehaltenes Nutztier und nicht bedroht. Gefährdet sind viele Wildbienenarten, denen eher Blühflächen, Totholz und offene Bodenstellen helfen. Wer Insekten schützen möchte, tut das zusätzlich zur Imkerei und nicht durch sie.

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