Worum es geht
Kurz gesagt: Das vielseitigste Einstiegsinstrument – von Lagerfeuer-Akkorden bis Solo. Als Hobby aus dem Bereich Musik lässt es sich gut in den Alltag einbauen.
Auf der Gitarre greifst du mit der einen Hand Töne auf dem Griffbrett und bringst mit der anderen die Saiten zum Klingen. Fast alles, was in Pop, Rock und Folk gesungen wird, lässt sich mit einer Handvoll Akkorden begleiten. Deshalb ist sie für viele das erste Instrument im Leben.
Die ersten Wochen sind unangenehm ehrlich. Die Fingerkuppen schmerzen, der Wechsel von einem Akkord zum nächsten dauert eine gefühlte Ewigkeit, und es scheppert, weil eine Saite nicht sauber gedrückt ist. Das legt sich, sobald sich Hornhaut gebildet hat und die Hand die Formen von selbst findet.
Danach kippt etwas. Du merkst mitten in einem Lied, dass du an die Griffe nicht mehr denkst und stattdessen mitsingen kannst. Ab da wird die Gitarre zu einem Instrument, das du abends in die Hand nimmst, ohne dir vorher vorzunehmen, zu üben. Genau dort beginnt der eigentliche Fortschritt. Bis dahin hilft ein schlichter Trick: jeden Abend fünf Minuten lang nur zwischen zwei Akkorden hin und her wechseln, bis die Bewegung keine Aufmerksamkeit mehr kostet.
Für wen es passt
Besonders gut passt es zu dir, wenn du dich hier wiederfindest:
- Für alle, die gern Songs begleiten, singen oder in einer Band spielen wollen.
Und ehrlich gesagt: eher nichts für dich, wenn …
Wer die schmerzenden Fingerkuppen der ersten Wochen nicht durchhält, gibt oft zu früh auf.
Steckbrief
Was es kostet
Überschaubar. Brauchbare Einsteigergitarren im Set mit Tasche und Stimmgerät liegen im unteren dreistelligen Bereich, gebraucht oft für die Hälfte. Wichtiger als der Preis ist eine niedrige Saitenlage, damit die Finger nicht unnötig kämpfen. Lass das Instrument vor dem Kauf einmal von jemandem antesten, der spielt.
Gering. Ein Satz Saiten hält je nach Spielhäufigkeit einige Monate und kostet wenig. Der größte laufende Posten ist der Unterricht, falls du welchen nimmst. Alle paar Jahre lohnt eine Einstellung in der Werkstatt, damit das Griffbrett angenehm bespielbar bleibt.
Nimm Unterricht eher am Anfang als später. Genau in den ersten Monaten entstehen die Haltungsfehler, die man Jahre danach mühsam wieder abtrainiert. Sind Einzelstunden zu teuer, ist Gruppenunterricht an einer Musikschule eine gute Zwischenlösung. Zum Ausprobieren verleihen viele Musikhäuser Instrumente monatsweise.
So startest du
So startest du am besten:
- Eine günstige Akustik- oder E-Gitarre besorgen
- Die ersten Akkorde und einen Wechsel üben
- Einen einfachen Song mit vier Akkorden lernen
Was du zum Einstieg brauchst
- Eine Konzert- oder WesterngitarreNylonsaiten sind zu Beginn freundlicher zu den Fingerkuppen und klingen weicher. Stahlsaiten sind heller und lauter, verlangen aber deutlich mehr Druck in der Greifhand.
- Ein Stimmgerät oder eine Stimm-AppEin verstimmtes Instrument macht jede Übung wertlos, weil dein Ohr das Falsche mitlernt. Stimmen dauert eine Minute und gehört vor jede Einheit.
- Ersatzsaiten und ein SaitenkurblerSaiten reißen selten, klingen aber irgendwann stumpf und dumpf. Den Wechsel selbst zu lernen erspart dir dauerhaft den Weg in den Laden.
- Ein KapodasterVerschiebt die Tonhöhe, ohne dass du neue Griffe brauchst. Damit passt du Lieder an die eigene Singstimme an, statt dich an die Originaltonart zu klammern.
- Ein stabiler StänderEine Gitarre, die sichtbar im Raum steht, wird deutlich öfter gespielt als eine im Koffer unter dem Bett. Der wirksamste billige Trick gegen Übungspausen.
* Mit * markierte Links sind Affiliate-Links. Kaufst du darüber, erhalten wir eine kleine Provision — der Preis bleibt für dich gleich.
Typische Anfängerfehler
- Aufgeben, weil die Fingerkuppen wehtun. Der Schmerz ist normal und verschwindet nach wenigen Wochen von selbst, wenn du kurz und regelmäßig übst statt selten und lange.
- Immer neue Lieder anfangen und keines zu Ende bringen. Ein Stück, das du wirklich durchspielen kannst, gibt mehr Sicherheit als zwanzig halb gelernte.
- Ohne Stimmgerät spielen. Wer sich wochenlang an ein verstimmtes Instrument gewöhnt, trainiert das Gehör in die falsche Richtung.
Wie schnell du vorankommst
Vier Akkorde und ein einfacher Schlagrhythmus reichen für die ersten Lieder und sitzen meist innerhalb von zwei bis drei Wochen. Der Barrégriff ist die erste echte Hürde und beschäftigt viele über mehrere Monate. Danach wird die Kurve flach: Sauberes Timing, Dynamik und ein eigener Anschlag entwickeln sich über Jahre. Zwanzig Minuten an fünf Tagen bringen mehr als zwei Stunden am Sonntag.
Spielarten und Varianten
Liedbegleitung
Akkorde, Rhythmus, dazu singen. Der schnellste Weg zu Musik, die andere wiedererkennen, und der Grund, warum die meisten überhaupt anfangen.
Fingerstyle
Melodie und Begleitung gleichzeitig, gezupft statt geschlagen. Klingt voll und selbstständig, verlangt dafür deutlich mehr Geduld beim Üben.
E-Gitarre in der Band
Verstärker, Verzerrung, Zusammenspiel mit Bass und Schlagzeug. Zu Hause leiser als gedacht, weil sich über Kopfhörer üben lässt.
Klassische Gitarre
Noten statt Akkordsymbolen, feste Haltung, geschriebenes Repertoire. Ein strukturierter Weg, der in aller Regel Unterricht voraussetzt.
Wo du Anschluss findest
Musikschulen und Volkshochschulen bieten Gitarrenunterricht fast überall an, oft auch in kleinen Gruppen zu geringeren Kosten. Private Lehrkräfte findest du über Aushänge in Musikgeschäften oder über Vermittlungsportale; eine Probestunde ist üblich. Zum Ausprobieren verleihen viele Läden Instrumente monatsweise. Und wer dranbleiben will, findet in offenen Singkreisen oder kleinen Bandprojekten den festen Termin, der die Motivation trägt.
Häufige Fragen zu Gitarre
Bin ich mit vierzig zu alt, um noch anzufangen?
Nein, das ist kein Hinderungsgrund. Erwachsene lernen anders als Kinder, aber nicht schlechter: Du verstehst Zusammenhänge schneller und kannst gezielter üben. Was meist fehlt, ist nicht Talent, sondern ein fester Platz im Wochenablauf.
Akustik oder E-Gitarre für den Anfang?
Nimm das Instrument, dessen Musik du hören willst. Akustisch bist du sofort spielbereit, elektrisch brauchst du Verstärker oder Kopfhörer, dafür lassen sich die Saiten leichter drücken.
Brauche ich Notenkenntnisse?
Für Liedbegleitung nicht. Akkordsymbole und Tabulaturen genügen, beides ist in einer Stunde erklärt. Noten werden erst wichtig, wenn du klassisch spielen oder aus Notenheften arbeiten willst.
Störe ich damit meine Nachbarn?
Eine Akustikgitarre ist etwa so laut wie ein lebhaftes Gespräch und in üblichen Wohnungen unproblematisch. Rücksicht braucht es vor allem bei der Uhrzeit. Wer verstärkt spielt, regelt das über Kopfhörer.
Wie viel muss ich üben, damit sich etwas tut?
Fünf kurze Einheiten pro Woche schlagen eine lange. Entscheidend ist, dass zwischen zwei Einheiten selten mehr als zwei Tage liegen, sonst verlieren die Finger schneller, als du aufbaust.
Ähnliche Hobbys
Passt Gitarre zu dir?
Finde in 20 kurzen Fragen heraus, welche Hobbys wirklich zu dir passen – kostenlos und ohne Login.
Kostenlosen Hobby-Test starten